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Der Verlobte des Prinzen - Teil 2 (Nach einem Manga von Asuma Risai und Kamon Saeko)

Ashton blieb noch eine ganze Weile still vor sich hin weinend an der Wand sitzen. Nach einiger Zeit stand er auf und begann die Scherben der Weinflasche aufzusammeln und den Wein wegzuwischen.
Dass er sich bei einer zuvor übersehenen Scherbe leicht in den Finger schnitt, bemerkte er in diesem Moment gar nicht. Nachdem alles sauber war, ging Ashton ins Badezimmer und machte sich für die Nacht fertig. Kaum lag er dann im Bett, war er vor Erschöpfung auch schon eingeschlafen.
Dieser Tag hatte ihn doch ziemlich mitgenommen.

Am nächsten Morgen, klopfte es an Ashtons Tür. Verschlafen öffnete Ashton die Augen und schaute sich um. Erst langsam dämmerte ihm, was am Vortag alles geschehen war. Sofort war Ashton hellwach und schaute sich leicht panisch in seinem Zimmer um, als es nochmals klopfte. Also war das Klopfen zuvor kein Traum gewesen. „Herein.“, rief Ashton und die Tür öffnete sich. Sekretär Green betrat das Zimmer. „Guten Morgen, Mr. Bright.“, begrüßte er Ashton. „Könnten sie mir einen Gefallen tun?“, fragte ihn Ashton. Der Sekretär schaute ihn fragend an. „Bitte nennen sie mich Ashton. Mit dem Mr. Bright fühle ich mich so alt.“, bat ihn Ashton. „Wenn sie das wünschen.“, stimmte dieser zu. „Ich habe hier ihren Terminplan für heute. Sie sollten sich langsam fertig machen und frühstücken. Sonst werden wir den Terminen hinterher laufen.“, bereitete Mr. Green Ashton auf den ausgefüllten Tagesplan vor.
„Terminplan?“, fragte Ashton erstaunt. „Ja, wir beginnen heute Nachmittag mit ihrem Unterricht.“, stimmte der Sekretär lächelnd zu. „Als erstes haben sie heute nach dem Frühstück einen Termin bei dem Schneider, da dieser ihnen einige Anzüge fertigt. Danach werden wir noch legere Freizeitkleidung anprobieren. Das wird dann sicherlich den ganzen Vormittag in Anspruch nehmen. Nach dem Mittagessen beginnt ihr Unterricht in Etikette und Landesgeschichte, ebenso wie in Sprachen.“, leierte der Sekretär herunter. „Sprachen, auch?“, fragte Ashton. Worauf er ein Nicken zur Antwort bekam. „Und nun aber schnell ins Bad und fertigmachen. Wir haben nicht viel Zeit.“, trieb er Ashton dann auch schon an.
Nach dem Frühstück, welches Ashton in seinem Zimmer serviert wurde, wurde er auch schon in eine Limousine verfrachtet und bei dem Schneider abgeliefert. Nachdem dieser ihn, wie Ashton fand, bis auf den Fingernagel vermessen hatte, wurden ihm verschiedene Anzüge übergezogen um zu sehen wie sie ihm standen. Hilflos stand Ashton in dem Raum und wusste gar nicht wie ihm eigentlich geschah. Er fühlte sich mehr als unwohl zwischen all diesen superteuren Anzügen.
Er atmete erleichtert auf, als er aus diesem stickigen Geschäft endlich wieder heraus an die frische Luft konnte. „Könnten wir bitte eine kurze Pause machen?“, fragte er Mr. Green, der die ganze Zeit an seiner Seite geblieben war. Dieser schüttelte mit dem Kopf. „Leider nicht. Wir haben nur wenig Zeit und sie werden bereits zu ihrem nächsten Termin erwartet.“, bedauerte er Ashtons Anliegen, welcher sich seufzend beugte.
Gott sei Dank hatte Ashton beim nächsten Termin mehr Spaß. Obwohl die Verkäuferin genau wusste, mit wem sie es zu tun hatte, war sie locker und man konnte sich gut mit ihr Unterhalten und da sie auch viele Witze machte, über die Ashton lachen konnte, vergaß er für eine Zeit, was mit ihm geschah und taute etwas auf.
Mr. Green der Sekretär beobachtete Ashton. Er fand das Ashton ein netter Junge zu sein schien. Anders als er es erst angenommen hatte, nachdem er hörte, dass er die Mitgift im Voraus wollte. „Wofür er wohl das Geld gebraucht hatte?“, fragte er sich. Mit vielen Taschen machten sie sich wieder auf den Weg zurück.

Angekommen beim Herrenhaus, verabschiedete sich der Sekretär von Ashton und erklärte ihm, dass er bis zum Mittagessen noch eine Stunde Zeit habe um sich auszuruhen.
„Nach dem Mittagessen, treffen sie dann in der Bibliothek ihren Lehrer, er wird ihnen alles erklären und sie über ihren Unterricht informieren.“, erklärte er.
Ashton verabschiedete sich von ihm und ging ins Zimmer.
Dort fing er an seine neuen Sachen in den Schrank einzuräumen. Er wurde gerade fertig, als er wieder an der Tür klopfte.

„Herein.“, rief Ashton und blickte auf. „Mr. Bright, ich bringe ihnen ihr Mittagessen.“, sagte das Hausmädchen und schob einen Speisewagen in Zimmer. „Danke.“, nickte Ashton. „Lassen sie es stehen. Ich kümmere mich selbst darum.“ „Wie sie wünschen.“, das Hausmädchen verbeugte sich und verschwand.
Ashton wandte sich seufzend dem Essen zu. Obwohl er seit gestern Mittag nichts mehr Richtiges gegessen hatte, außer am Morgen etwas Brot, hatte er keinen Hunger. Außerdem fragte er sich, wo eigentlich Sung Ho steckte. Nachdem er ihn gestern verlassen hatte, ließ er sich nicht mehr blicken.
Nach dem ein paar wenige Bissen gegessen hatte, machte er sich auf den Weg zur Bibliothek. Genau genommen suchte er sie, da er sich nicht mehr genau erinnern konnte, wo sie war. „Ha.“, entfuhr es Ashton, als er die bekannte Tür erreicht hatte.
Als Ashton die Bibliothek betrat, wurde er schon von seinem neuen Lehrer erwartet. „Guten Tag.“, begrüßte er diesen. „Guten Tag, Mr. Bright. Ich freue mich sie kennen zu lernen. Mein Name ist Kim Hwang Hyun und werde sie ab heute unterrichten. Ich denke wir fangen erst mal damit an, dass ich sie etwas frage und sie sagen mir, was sie darüber wissen. Ist das in Ordnung für sie?“ Ashton nickte und damit fing der Unterricht an.
Die nächsten Tage war Ashton sehr mit Lernen beschäftigt. Da er nicht wusste, wie er sich verhalten sollte, hatte er sich mit seiner Situation vorerst abgefunden. Er wollte nicht als faul oder dumm abgestempelt werden, also schaute er den ganzen Tag in seine Bücher.
Sung Ho begegnete ihm während der ganzen Zeit nicht. Ashton hatte schon das Gefühl er würde ihm absichtlich aus dem Weg gehen.
Einmal fragte er Sekretär Green nach Sung Ho. Dieser meinte aber nur mit einem tröstenden Lächeln, dass Sung Ho im Moment viele Termine hätte.
Ashton war schon ein wenig traurig darüber. Zu gerne hätte er mit Sung Ho über diese komische Verlobungssache gesprochen. „Wie kann ich mit jemanden verlobt sein, den ich kaum kenne und der mich nicht liebt?“, fragte er sich immer und immer wieder.

Es war schon spät als Ashton endlich, mit einem Buch über seine neue Heimat in der Hand einschlief.
Er hörte nicht das leise Klopfen an der Tür, bevor diese behutsam geöffnet wurde.
„Ashton?“, fragte eine Stimme leise und kam dann auf sein Bett zu.
Sung Ho, seufzte erleichtert vor sich hin, als er feststellte, dass der Junge schlief. Schon seit Tagen vermied er es ihm über den Weg zu laufen. Heute wollte er ihn jedoch wiedersehen. Schon damals, auf der der Dachterrasse der Universität, war ihm der Junge aufgefallen und hätte das Wiedersehen nicht unter solchen Umständen stattgefunden, wer weiß was passiert wäre.
Sung Ho betrachtete den schlafenden Ashton. Eine Strähne lag quer über dessen Gesicht und wollte ihn neckisch in der Nase kitzeln. Sung Ho strich ihm vorsichtig die Strähne aus dem Gesicht und nahm ihm das Buch ab, welches er noch in den Händen hielt. Bevor der Kronprinz es zuschlug und auf den Nachttisch legte, sah er sich den Titel an.
Er setzte sich auf die Bettkante und sah sich in dem dämmrigen Zimmer um. Plötzlich drehte sich Ashton im Schlaf um und flüsterte: „Es tut mir leid.“, während sich Tränen in seinen geschlossenen Augen sammelten. Sung Ho nahm dies zum Anlass, schnell aufzustehen und leise das Zimmer zu verlassen.

Sung Ho lief telefonierend durch das Anwesen. „Wir werden am Freitag eintreffen. Sie sollten sich mit den Vorbereitungen für die Zeremonie beeilen.“, wies er seinen Gesprächspartner an, bevor er auflegte.
Als er an der Küche vorbei kam, hörte er aus dieser ein Husten. Sung Ho sah verwundert auf die Uhr.
Es war doch noch so früh, warum war um diese Zeit schon jemand in der Küche. Er würde selbst ja auch noch im Bett liegen, wenn er nicht ein dringendes Gespräch in seine Heimat gehabt hätte.
Er öffnete neugierig die Tür und sah Ashton, wie dieser gerade dabei war einen Schrank auszuwaschen. „Was zur Hölle machst du da?“ „Oh…“, erschrocken fuhr Ashton zusammen. „Ich wasche die Schränke aus.“ „Das sehe ich. Aber erstens. Warum? Und zweitens. Ist das nichts, was der Verlobte des Kronprinzen tun sollte.“, belehrte er Ashton. Verlegen blickte Ashton auf den Boden und war in diesem Moment froh, dass sie allein waren. Denn vor dem Küchenpersonal so belehrt zu werden, wäre ziemlich peinlich geworden. „Naja, ich mache eben gerne sauber. Ich kann mich dabei immer etwas ablenken und es entspannt mich, wenn ich gestresst bin.“, verteidigte sich Ashton mit rotem Kopf. Nervös knetete er den Lappen, mit welchem er den Schrank ausgewischt hatte in der Hand.
„Du solltest in dein Zimmer zurück gehen.“, meinte Sung Ho. Ashton nickte und griff sich ein paar Töpfe, um sie in den Schrank zurück zu stellen. Doch er war so nervös, dass er von der Stufe der kleinen Trittleiter abrutschte und zu Boden fiel, wobei einer der Töpfe, welche in der Hand hielt herunterfiel und ihn an der Stirn über dem Auge traf. Was dummerweise auch noch eine schöne Platzwunde über der Augenbraue zur Folge hatte.
Sung Ho, welcher zu weit weg stand, um eingreifen zu können, fuhr erschrocken zusammen.
Er rannte um die Anrichte herum. „Ashton?“, rief er und bückte sich zu dem Jüngeren hinunter. „Alles in Ordnung?“ „Nicht so schlimm.“, nuschelte Ashton, während er sich mit der Hand auf die Stirn drückte und hoffte, dass nichts weiter passiert war. „Zeig her.“, fast zärtlich zog Sung Ho Ashtons Hand weg. Scharf zog er die Luft ein, als er die Wunde bemerkte. „Nicht so schlimm?“, fragte er leicht sauer. „Du blutest.“, stellte er fest. „Geht schon.“, wehrte Ashton ab. „Das hört gleich wieder auf.“ Aber Sung Ho hörte gar nicht auf ihn. Er hob den Kleineren einfach hoch und trug ihn in dessen Zimmer, wo er ihn auf dem Bett absetzte. „Bleib sitzen.“, befahl er Ashton, welcher mit hochrotem Kopf auch sitzen blieb. Er hatte das Gefühl, dass im Moment mit dem Kronprinz nicht zu spaßen war. Sung Ho griff nach seinem Telefon und wählte eine Nummer. „Bitte schicken sie einen Arzt in das Zimmer meines Verlobten.“, wies er seinen Gesprächspartner kurz an. Ashton schaute in schockiert an. „Ich brauche keinen Arzt. Es ist wirklich nicht….“, fing er an zu protestieren. „Sei ruhig.“, schnitt ihm Sung Ho das Wort ab. Bockig sah Ashton Sung Ho an. Was sollte das. Er hatte doch gesagt, dass es nicht schlimm war. Ashton wollte aufstehen und ins Badezimmer gehen, aber als er den strafenden Blick des Kronprinzen sah, setzte er sich wieder zurück auf sein Bett. Ashton kramte ein Taschentuch aus den tiefen seiner Taschen und wollte es gerade auf die Wunde pressen, als sein Arm auf dem Weg zu seinem Kopf festgehalten wurde. „Was soll das? Du kannst doch kein dreckiges Taschentuch auf eine offene Wunde pressen. Bist du verrück?“, wurde er wieder ausgeschimpft. Seufzend lies Ashton seinen Arm wieder fallen. „Mann, das ist doch nicht schlimm.“, murmelte er wieder. Worauf er nur ein angesäuertes, „Das entscheidest nicht du, sondern der Arzt.“, hörte.
In diesem Moment klopfte es auch schon. Nach einem „Herein.“, von Sung Ho betrat Sekretär Green in Begleitung eines älteren Mannes das Zimmer. „Hoheit, Dr. Brewster ist eingetroffen.“, teilte er mit.
Sung Ho nickte und zeigte auf Ashton. „Guten Morgen. Bitte sehen sie sich seine Wunde an.“, bat er den Arzt.
Dieser stellte seine Tasche auf den Tisch und fragte Ashton was passiert sei, während er nach einem Tuch griff um die blutende Wunde zu säubern. „Ich bin gestürzt und mir ist ein Topf auf den Kopf gefallen.“, murmelte Ashton peinlich berührt. Der Arzt nickte. Nachdem er die Wunde gereinigt hatte, klebte er die Wunde und machte einen Verband darüber.
„Haben sie sich bei dem Sturz sonst noch verletzt?“, fragte er Ashton während der Behandlung aus.
Was Ashton verneinte. „Haben sie Kopfschmerzen, Schwindel oder Sehstörungen?“, fragte er weiter, während er Ashton mit einer kleinen Lampe in die Augen leuchtete. „Nur ein bisschen Kopfschmerzen.“, meinte Ashton und dachte bei sich, „Wer hätte die nach dieser peinlichen Aktion auch nicht.“
Der Arzt nickte und blickte Ashton an. „Ich gebe ihnen ein paar Schmerztabletten. Davon nehmen sie zwei jetzt und heute Abend noch mal und morgen früh eine. Dann sollte es ihn Ordnung sein. Ruhen sie sich aber für heute vorsorglich etwas aus.“ Ashton nickte nur leicht, als ihm der Arzt die Tabletten in die Hand drückte.
Er packte seine Tasche und verabschiedete sich.
Sung Ho und Sekretär Green standen neben dem Bett und beobachteten alles. Als der Arzt hinausging, folgte ihm der Sekretär. Der Arzt wandte sich nochmal an diesen. „Ich denke zwar, dass es nicht so schlimm ist, aber wenn sie bemerken, dass ihm schwindelig wird oder er sich übergeben muss, rufen sie mich nochmal an.“ „In Ordnung. Danke Dr. Brewster.“

Sung Ho sah Ashton an. „Willst du dich nicht bald hinlegen?“, fragte er in scharfem Ton Ashton, der sich gerade erheben wollte. Ashton sah ihn an und entschied, dass Sung Ho wohl gerade jetzt nicht mit sich diskutieren lassen würde. Also legte er sich seufzend auf sein Bett. Wenn er allein war, würde er dann eben noch ein wenig lernen.
Sung Ho reichte ihm ein Glas Wasser und drückte zwei Schmerztabletten heraus, welche er wortlos Ashton reichte. Nachdem dieser sie genommen und sich wieder hingelegt hatte, wich langsam die Anspannung in seinem Körper. Eigentlich dachte Ashton, dass Sung Ho jetzt gehen würde, dann hätte er aufstehen und sich seinen Büchern widmen können, aber dieser machte ihm einen Strich durch die Rechnung und zog sich einen Stuhl neben Ashton.
Widerwillig schloss dieser die Augen und war kurze Zeit später dann doch eingeschlafen.
Nachdem Sung Ho sicher war, dass Ashton eingeschlafen war, erhob er sich leise und verließ das Zimmer.

Ashton erwachte, als sein Telefon klingelte. Er sah sich suchend nach dem Telefon um und stellte dabei fest, dass seine Kopfschmerzen besser waren. Als er es endlich gefunden hatte, nahm er ab.
„Ashton Bright.“, meldete er sich mit Namen, da er die Nummer nicht kannte. „Hier ist Dr. Kensington, vom Städtischen Krankenhaus. Ich rufe wegen Frau Bennet an. Sie wurden als nächster Angehöriger eingetragen.“ „Was ist mit ihr?“, rief Ashton aufgeregt ins Telefon. „Es wäre schön, wenn sie einmal vorbei kommen könnten.“, bat ihn der Arzt. „N…natürlich. Ich mache mich sofort auf den Weg.“, versprach Ashton und sprang aus dem Bett. Er machte sich große Sorgen um seine Tante, war sie doch die einzige Verwandte, die er noch hatte. Schnell hatte er sich im Bad gewaschen und frische Sachen angezogen. Er schnappte sich noch sein Telefon und seine Geldbörse und rannte los.
Natürlich dachte er nicht daran, welchen Aufruhr sein Verschwinden haben könnte.

Etwas eine dreiviertel Stunde später kam Ashton im Krankenhaus an. „Hoffentlich ist mit meiner Tante alles in Ordnung.“, keuchte er, da er von der Busstation bis zum Krankenhaus gerannt war.
Aufgeregt stürmte er in das Zimmer seiner Tante, welche ihn freudestrahlend anlächelte. „Hallo mein Schatz, da bist du ja endlich.“, begrüßte sie ihn, während sie ihn umarmte. „Was ist los? Warum hat mich dein Arzt angerufen?“, fragte er. „Nichts ist los. Ich wollte dich einfach nur sehen. Du hast dich ja schon so lange nicht mehr blicken lassen.“, sagte sie vorwurfsvoll. „Tante Vera, es tut mir leid. Ich habe das Studium abgebrochen und mir einen Job gesucht.“, beichtete er. „Aber warum denn das. Das hättest du nicht tun sollen.“, erschrocken sah ihn seine Tante an. „Naja, ich musste doch dafür sorgen, dass du die Behandlung erhältst. Was hätte ich sonst tun sollen.“ „Dummer Junge. Das hättest du doch nicht machen müssen.“ „Ich wollte aber, schließlich habe ich es dir zu verdanken, dass ich überhaupt mit einem Studium beginnen konnte. Und das ich für meinen Job schon im Voraus bezahlt wurde, war ein Glücksfall.“, verteidigte sich Ashton.
„Du bist ein lieber Junge.“, liebevoll schaute sie ihren Neffen an. „Aber jetzt wo du schon mal hier bist, bleibst du aber auch noch ein Weilchen, oder?“, bittend schaute sie Ashton an.
Seufzend nickte Ashton. „Wenn ich schon mal hier bin.“, meinte er und lächelte.
„Was hast du an der Stirn gemacht?“, fragte ihn seine Tante. „Ich habe mir aus Versehen einen Topf auf den Kopf fallen lassen. Ist aber nicht so schlimm.“ „Tollpatsch.“, sagte seine Tante dazu nur und schüttelte den Kopf. „So bin ich nun mal.“, lachte Ashton.
Ashton unterhielt sich noch lange mit seiner Tante und war froh, dass er sie nochmal besuchen konnte bevor er weggehen würde.

Es war schon später Nachmittag, als Sung Ho an Ashtons Zimmertür klopfte. Als er keine Reaktion vernahm, rief er leise: „Ich komme herein.“
Sung Ho betrat das Zimmer und schaute sich um. „Ashton?“, rief er, doch er erhielt keine Antwort.
Die Badezimmertür stand offen, doch auch dort konnte er ihn nicht antreffen.
Sauer stürmte Sung Ho aus dem Zimmer. „Mr. Green?“, rief er laut nach dem Sekretär.
Dieser kam aus der Bibliothek. „Ja, bitte.“ „Wissen sie wo Ashton ist?“, fragte Sung Ho. „Ist er nicht in seinem Zimmer?“ „Ich war gerade dort. Er ist nicht da. Finden sie heraus, wo er sich aufhält.“, befahl Sung Ho. „Ich kümmere mich darum.“, versprach der Sekretär.

„Hoheit?“, fragend betrat der Sekretär das Zimmer des Prinzen. „Haben sie ihn gefunden?“
„Ja, er ist im Krankenhaus bei seiner Tante. So wie es aussieht, hat er heute Mittag einen Anruf aus dem Krankenhaus bekommen. Daraufhin ist er sofort dort hin.“, erklärte Mr. Green. „Machen sie bitte ein Fahrzeug fertig, ich fahre nach dort.“, befahl Sung Ho. „Sofort.“

Etwa 20 Minuten später kam Sung Ho im Krankenhaus an. In einem Blumenladen in der Nähe besorgte er noch einen Strauß Blumen. „Auf welcher Station lag sie nochmal?“, fragte sich Sung Ho selbst. „Ah-ja, Station 3, Zimmer 12.“, sagte er zu sich.
Auf der Station angekommen, klopfte er an die Zimmertür, bevor er eintrat.
Ashton saß auf einem Stuhl und sein Kopf lag auf der Bettdecke. Die ältere Frau im Bett schaute ihn fragend an. „Guten Tag, mein Name ist Lee Sung Ho. Ich bin…“, fing er an zu erklären. „Sie sind derjenige, für den mein Kleiner arbeitet?“, fragte ihn die Frau. „Arbeit?“, schoss es dem Kronprinzen durch den Kopf. „Konnte es sein, dass…“
Sung Ho nickte. Er trat zu der Frau vor und reichte ihr den Blumenstrauß. „Vielen Dank. Sie sind wirklich wunderschön.“, bewunderte Ashtons Tante den Strauß. „Ich bin ihnen wirklich sehr dankbar, dass Ashton so einen netten Arbeitgeber bekommen hat. Ich wusste nicht mal, dass er sein Studium abgebrochen hat nur um meine Behandlung bezahlen zu können. Wirklich ich danke ihnen sehr.“
Fassungslos schaute Sung Ho sie an, fasste sich aber fast genauso schnell wieder. „Ich verspreche ihnen, dass ich mich immer gut um ihn kümmern werde.“, antwortete er. „Aber ich muss jetzt auch wieder gehen.“, verabschiedete er sich von ihr und verließ schnell das Krankenhaus.
Sung Ho war sehr in seine Gedanken vertieft, als er nach Hause fuhr. „Also dafür brauchte er so dringend Geld.“, jetzt tat es ihm schon irgendwie leid, dass er Ashton scheinbar doch so falsch eingeschätzt hatte.

Erst als Sung Ho schon längst wieder zu Hause war, wachte Ashton auf. „Oh, Tante Vera. Es tut mir leid, dass ich eingeschlafen bin.“, entschuldigte er sich. „Macht doch nichts Schatz. Du musstest sicher viel arbeiten und ich habe dich dann auch noch hier her rufen lassen.“, meinte seine Tante.
Ashton blickte auf und sah den Blumenstrauß. “Oh, war jemand hier, während ich eingenickt bin.“ „Ja, dein Boss. Er ist aber auch noch sehr jung, oder? Aber er war sehr nett. Ich bin froh, dass du es dann doch so gut getroffen hast. Ich habe mir solche Sorgen um dich gemacht.“, erklärte ihm seine Tante. „Mein Boss?“, fragte Ashton erstaunt. Worauf seine Tante nickte.
26.5.17 19:35
 
Letzte Einträge: Der Verlobte des Prinzen - Teil 1 (Nach einem Manga von Asuma Risai und Kamon Saeko), Der Verlobte des Prinzen - Teil 3 (Nach einem Manga von Asuma Risai und Kamon Saeko), Der Verlobte des Prinzen - Teil 4 (Nach einem Manga von Asuma Risai und Kamon Saeko), Der Verlobte des Prinzen - Teil 5 (Nach einem Manga von Asuma Risai und Kamon Saeko), Der Verlobte des Prinzen - Teil 6 (Nach einem Manga von Asuma Risai und Kamon Saeko)


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