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Der Verlobte des Prinzen - Teil 1 (Nach einem Manga von Asuma Risai und Kamon Saeko)

„Bist du wirklich sicher, dass du die Universität verlassen willst?“, fragte Logan, während er mit Ashton durch die Allee lief, der das Wohnheim mit den Leersälen der Uni verband.
„Was soll ich denn machen. Ich bin meiner Tante zu Dank verpflichtet, ohne sie hätte ich gar keine Chance gehabt überhaupt ein Studium anzufangen, geschweige denn, die Schule zu beenden.“, meinte Ashton.
„Mag ja sein, aber meinst du nicht, dass du das Ganze etwas übereilt hast?“
„Dachte ich auch zuerst, aber ich habe das Geld schon bekommen und jetzt werde ich es auch durchziehen.“
„Mann, ich werde dich wirklich vermissen. Melde dich ab und zu mal, ja?“
„Mach ich.“, antwortete Ashton.

Inzwischen hatten die Beiden das Universitätsgelände erreicht. Ashton blieb stehen und starrte auf das schön angelegte Gelände. Heute war sein letzter Tag. Ab morgen würde er ein neues Leben führen. Er fragte sich was er alles bei seinem neuen Job zu tun hatte.
Bis jetzt wusste er nur, dass er als ein Mädchen für alles bei einer gut situierten Familie arbeiten würde.
Langsam gingen er und Logan über den Campus, als einer dieser Luxus-Schlitten an ihnen vorbei fuhr und vor dem Haupteingang stehen blieb.
Ashton und Logan blieben stehen und beobachteten das Fahrzeug. Aus dem PKW stieg ein junger Mann aus, den Beide vom Sehen her kannten. „Ah, dass hätte ich mir ja denken können.“, meinte Logan und beobachtete den gutaussehenden jungen Mann, der gerade das Gebäude betrat.
„Oh, Kronprinz Sung Ho.“, Ashton starrte ihm hinterher. „Er gefällt dir wohl.“, lachte Logan, nachdem er Ashtons Blick bemerkte. „Ich spiele wohl nicht gerade in seiner Liga.“, erklärte Ashton und seufzte dennoch leise auf. „Das trifft wohl auf jeden hier zu.“, versuchte Logan Ashton ein wenig zu trösten.
Logan war einer der Wenigen, die wussten, das Ashton eher auf Männer als auf Frauen stand.
Ihm tat sein Freund wirklich leid. Alles aufgeben zu müssen war bestimmt nicht einfach.
„Ich frage mich, warum er gerade hier her gekommen ist, um zu studieren? .... Vielleicht um einer Heirat zu entgehen?“, versuchte Logan sich seine Frage auch gleich selbst zu beantworten.
„Heiraten?“, Ashton blickte Logan fragend an. „Hast du das nicht gelesen? Angeblich soll dieses Jahr noch die Hochzeit stattfinden. Als Kronprinz muss er den Regeln des Palastes folgen.“, erklärte Logan, während Ashtons Blick Sung Ho und seinen Leibwächtern folgte.

„Hoheit?“, sagte der Leibwächter. „Bitte folgt mir nicht. Ich möchte nur 5 Minuten meine Ruhe haben.“, bat Sung Ho, während er auf den Aufzug wartete.
Sung Ho sah seine Begleiter an. „Wisst ihr, was für eine Person meine Verlobte ist?“
„Tut mir leid, niemand hat sie bis jetzt gesehen.“ „Typisch Großvater.“, seufzte Sung Ho.
„Ich hätte so gerne jemanden geheiratet, denn ich Liebe und nicht jemand, der für mich ausgesucht wurde.“, meinte Sung Ho, während er in den Fahrstuhl stieg.

Ashton stieg die Treppe zur Dachterrasse des Universitätsgebäudes hoch. Hier oben befand sich sein Lieblingsplatz. Schön angelegte Blumenkästen und Bänke machten es zu einem verwunschen wirkenden Ort. Immer in seiner Mittagspause kam er her um die Ruhe zu genießen. Denn, was Ashton wirklich komisch fand, es war nie jemand dort.
Doch heute war es anders.
Während Ashton zu einem Lieblingsplatz ging, bemerkte er eine Gestalt, welche sich dort aufhielt.
„Kronprinz?“, stellte er erschrocken fest, als er die Person erkannte.
Vor Schreck ließ er sein Mittagessen, welches nur aus ein paar belegten Brote bestand, fallen.
„Entschuldigung, ich wollte nicht stören.“, sagte Ashton, als er sich bückte um sein Essen aufzuheben und schnell wieder zu verschwinden.
„Warte. Ich muss sowieso wieder gehen. Also kannst du Dein Mittagessen…oder?... genießen.“
„Danke.“, meinte Ashton während er in die tiefblauen Augen des Kronprinzen schaute.
„Ich..ich habe von ihren Hochzeitsplänen gehört. Herzlichen Glückwunsch.“, stotterte Ashton, da er nicht wusste was er sonst sagen sollte.
„Danke, aber ich habe meinen Ehepartner noch nicht kennen gelernt. Als Kronprinz muss ich einen Partner heiraten, der von meinem Großvater ausgewählt wurde. Ich weiß noch nicht mal, ob es ein Mann oder eine Frau ist.“
„M…Mann?“, fragend schaute Ashton zu Sung Ho. „In unserem Land wird kein Unterschied zwischen Mann und Frau gemacht.“, erklärte Sung Ho mit leicht verbitterter Stimme.
Sung Ho tat Ashton in diesem Moment leid. „Es wird bestimmt alles gut. Für jemanden wie sie, werden sie auch sicherlich eine ganz besondere Person ausgesucht haben.“, versuchte er Sung Ho zu trösten. Sung Ho fing an zu lächeln. „Vielleicht hast du sogar Recht.“
Daraufhin ging er in Richtung Aufzug und ließ Ashton zurück.

Nachdem er die letzte Vorlesung besucht und sich von seinen Freunden verabschiedet hat, ging Ashton langsam nach Hause in seine kleine Studentenbude im Wohnheim. Seine Sachen hatte er schon gepackt, da er gegen Abend abgeholt werden sollte. Viel war es ja nicht. Er wusste nicht, wo das Haus lag, in dem er zukünftig arbeiten sollte. Aber er hoffte, man würde ihn wohlwollend aufnehmen. Ab jetzt konnte er nur noch abwarten.
Punkt 19:00 Uhr klingelte es an der Haustür. Als Ashton die Tür öffnete, stand vor der Tür ein gutaussehender Mann.
„Ashton Bright? Mein Name ist Leon Green. Ich wurde beauftragt sie abzuholen. Sind sie bereit?“
Ashton nickte, nahm sich seine Tasche und folgte dem Mann zu dessen Auto.
Ashton sah sich in dem Fahrzeug um. Der Ausstattung nach, muss die Familie wirklich sehr reich sein.
„Hoffentlich sind sie freundlich?“, innerlich fing Ashton schon an sich etwas Sorgen zu machen.
Er wusste, dass es nicht gerade von Vorteil war, im Vorhinein schon nach einem Gehaltsvorschuss zu fragen. Aber was hätte er schon machen sollen. Er musste schließlich seiner Tante helfen.
Verschämt wandte er sich an Mr. Green. „Ich weiß zwar, dass ich sozusagen als Butler und Mädchen für alles eingestellt wurde, aber können sie mir sagen, um was für einen Haushalt es sich handelt?“, fragte er.
Mr. Green schaute ihn nur verständnislos an. „Wovon reden sie da? Ich bin mir ziemlich sicher, dass mein Chef die Mitgift gestern überwiesen hat.“
„Mitgift?“, nun war auch Ashton etwas mehr als nur erstaunt.

Nach einer halben Stunde erschien vor dem Autofenster ein recht großes Herrenhaus.
„Wow.“, staunte Ashton. „Hier werde ich arbeiten?“
„Arbeiten?“, Mr. Green schüttelte den Kopf. „Hier leben meine Vorgesetzten wenn sie sich in diesem Land aufhalten.“ „In diesem Land aufhalten?“, wieder holte Ashton den Satz des Mannes. „Leben sie nicht hier?“, fragte er weiter. Mister Green sah ihn komisch von der Seite an und schüttelte dann nur den Kopf.
Nachdem das Fahrzeug in der großen Auffahrt vor dem Eingang angehalten hatte, stiegen die Beiden aus. „Bitte folgen Sie mir. Ihre Sachen werden auf ihr Zimmer gebracht.“, wandte sich Mr. Green an Ashton und bedeutete ihm, ihm in die große Eingangshalle zu folgen.

„Sie werden in der Bibliothek erwartet.“, informierte er Ashton und lotste ihn nach dort.
Mr. Green öffnete Ashton die Tür und lies ihn eintreten.
Am anderen Ende des Raumes stand eine Person, welche scheinbar auf ihn gewartet hatte.
„Haben sie dich endlich abgeholt? Wie lange gedachtest du mich warten zu lassen?“, fragte ihn die Person mit kalter Stimme, während sie sich zu ihm herumdrehte.
Ashton riss seine Augen auf. Vor ihm stand von einem Mann, besser gesagt, sein Traum von einem Mann. „K…Kro…Kronprinz?“, stotterte er fragend.
„Du?“, fragte dieser ebenso erstaunt zurück. Nach einigen sprachlosen Minuten, fasste sich Ashton langsam. „Ich hätte nie gedacht, dass ich sie nochmals wiedersehe.“
Sung Ho schaute ihn mit kalten Augen an. „Nachdem ich gehört habe, dass die Person im Voraus bezahlt werden wollte, habe ich mich gefragt, was sie für eine Person ist. Naja, jetzt weiß ich es.
Du hast dich für mich entschieden? Für Geld? Wie auch immer, zunächst hast du dich Umzukleiden und die Etikette zu lernen. So wie du aussiehst, kann ich dich niemandem vorstellen.“
„Wie bitte?“, Ashton war sprachlos. „Als mein Verlobter, hast du diese Dinge zu lernen.“ Mit diesen Worten drehte sich Sung Ho um und wollte gehen.
„Ernsthaft? Ich… sein Verlobter?“, schoss es Ashton durch den Kopf und wusste nicht was er davon halten sollte. „Moment.“, rief er hinter Sung Ho her. „Ich soll ihr Verlobter sein? Der Verlobte eines Prinzen?“
„Mr. Green, kümmern sie sich um ihn.“, wies der Kronprinz an und verließ den Raum. Einen völlig verwirrten und sprachlosen Ashton hinter sich lassend.

„Mr. Bright, bitte folgen sie mir. Sie sollten sich umziehen, bevor sie Mitgliedern der königlichen Familie vorgestellt werden.“, wandte sich Mr. Green wieder an Ashton, der immer noch stumm und fassungslos mitten in der Bibliothek stand.
Mr. Green sah Ashton auffordernd an, bis dieser aus seiner Starre erwachte und ihm folgte.
„Was ist eigentlich ihre Aufgabe?“, fragte Ashton.
„Ich bin der Sekretär der königlichen Familie und kümmere mich hauptsächlich um die Belange des Kronprinzen.“, klärte dieser Ashton auf.

Der Sekretär führte Ashton in eines der Zimmer. Als Ashton es betrat, blieb er abrupt stehen und schaute sich ehrfürchtig um. Das Zimmer war riesig und sehr edel eingerichtet. Man könnte sagen, schon ein bisschen altmodisch. „Passt zu dem Haus.“, dachte Ashton, bevor er sich vorsichtig dem riesig erscheinenden Bett näherte.

Ashtons Tasche mit seinen persönlichen Sachen stand bereits im Zimmer.
Der Sekretär sah ihn an und fragte: „Haben sie passende Sachen unter ihren persönlichen Kleidungsstücken?“ Betreten schaute Ashton zu Boden und schüttelte den Kopf. Natürlich hatte er keine Sachen, die in solch ein Umfeld passen würden. Er war schließlich nur ein Student, der durch seine Tante großgezogen wurde, nachdem seine Eltern starben.
„Dann werden wir sie morgen entsprechend ausstatten müssen. Für heute sollte das genügen, was sie zurzeit tragen. Möchten sie sich noch frisch machen, bevor ich sie zum Abendessen begleite.“, fragte Sekretär Green den inzwischen etwas überforderten Ashton.
Als dieser nickte, öffnete der Sekretär eine Tür, welche in das benachbarte Badezimmer führte. Auch dieses war, wie Ashtons Schlafzimmer sehr luxuriös.

Nachdem er sich eine Ladung kaltes Wasser ins Gesicht geschaufelt hatte, war Ashton der Meinung, sich wieder so weit unter Kontrolle zu haben, dass er die nächste Hürde nehmen konnte.
„Aber warum verlobt?“, irgendwie konnte er es nicht verstehen. Es war doch ausgemacht, dass er als Butler und Hausmeister eingestellt wurde und jetzt war er plötzlich verlobt. Ashton schüttelte den Kopf. Er musste das unbedingt mit Sung Ho klären.
„Mr. Bright, wenn sie fertig sind, würde ich sie jetzt in das Esszimmer führen.“, rief in der Sekretär.
„Ich komme.“, antwortete Ashton und seufzte leise vor sich hin. „Genaugenommen habe ich gar keinen Appetit.“, flüsterte er zu sich selbst und machte sich auf den Weg.
„Bitte hier entlang.“, sagte Mr. Green und zeigte nach links den Gang hinunter.
Ashton folgte ihm in die Richtung, die er gezeigt bekam und wäre doch viel lieber in die andere Richtung weg gerannt.
Der Sekretär blieb vor einer Tür stehen, an die er leise anklopfte. „Herein.“, ertönte es von der anderen Seite, worauf Sekretär Green die Tür öffnete und Ashton eintreten ließ.

Ashton ging mit zögernden Schritten durch die Tür, als auch schon ein gutaussehender junger Mann, ca. Mitte 20 auf ihn zukam.
„Wow, was für eine kleine Schönheit.“, begrüßte er Ashton, der ca. einen Kopf kleiner war. „Ich bin Jun Na, Sung Hos Onkel. Komm, du sitzt hier.“, erklärte er Ashton und zog ihn zu seinem Platz.
„Guten Abend.“, begrüßte Ashton die bereits anwesenden Personen. Woraufhin er nur ein Nicken bekam.
Jun Na übernahm es dann auch, die Anwesenden vorzustellen. „Also Süßer, dass ist seine Majestät der König, Sung Hos Vater.“, sagte er und zeigte auf einen stattlichen Mann, der am Kopf der Tafel saß. Dann zeigte er auf die andere Person und meinte, „und das ist Min Ho, Sung Hos älterer Bruder.“
Ashton sah Min Ho unauffällig an. „Also das ist Sung Hos Bruder?“, dachte er. Ashton wusste nicht viel über die Königsfamilie. Eine der wenigen Dinge die ihm bekannt war, war dass die Brüder verschiedene Mütter hatten.
Während Ashton noch über die Familie nachdachte, öffnete sich die Tür und ein Dienstmädchen brachte das Abendessen, welches dann auch serviert wurde.
Ashton sah die, für ihn recht exotischen, Speisen an und fragte sich, wie er diese wohl essen sollte.
Dem Gespräch, welches sich schleppend zwischen Sung Hos Onkel und dessen Bruder entwickelte, folgte er nur halbherzig. Viel mehr versuchte er sich nicht komplett zu blamieren.
„Das heißt dann wohl, dass die Krönung Sung Hos fest steht.“, meinte Jun Na. „Es ist noch nicht entschieden. Wir wissen nicht was bis zur Zeremonie noch passieren wird.“, warf Min Ho ein.
Ashton schaute auf. „Was meinen sie damit?“, fragte er sich selbst.
Er schaute sich um und bemerkte erst jetzt, dass Sung Ho fehlte. Er fragte sich wo er wohl steckte, traute sich aber nicht die Frage laut zu stellen.
Jun Na sah zu Ashton. „Nicht der Älteste wird automatisch Thronfolger, sondern derjenige, der sich am ehesten als König eignet. Außerdem ist es an Sung Hos Großvater zu entscheiden, wen der zukünftige König heiratet. Also ist der, der will, dass du Sung Ho heiratest, sein Großvater.“, erklärte er.
„Genug. Der alte Herr verhält sich in letzter Zeit sehr verrückt.“, unterbrach ihn der König.
„Wie die Suche nach einem Verlobten in Amerika?“, warf Min Ho mit einem gezwungenem Lächeln ein. „Er liebt eben die Amerikaner, wie du auch.“
„Sollte so eine Familie sein?“, fragte sich Ashton, „dann will ich lieber keine.“

Nach einer endlos erscheinenden Dauer, hatte er das Abendessen endlich hinter sich gebracht. Sung Ho war während der ganzen Zeit nicht aufgetaucht und um etwas zu essen, war Ashton dann auch viel zu nervös. Aber das schien eh niemandem aufgefallen zu sein.

Ashton war so erleichtert, als die Abendtafel endlich aufgelöst wurde und er gehen konnte.
Erschöpft lehnte er sich an die Tür, die er hinter sich geschlossen hatte. Er war so müde. Dieser Tag mit seinen Überraschungen hatte ihn doch erschöpft, als plötzlich Sung Ho im Gang auftauchte. „Was machst Du da? Komm mit.“, befahl er mit kalter Stimme.
Ashton stieß sich seufzend von der Tür ab und folgte Sung Ho.
„Das ist dein Zimmer. Bevor wir in meinem Heimatland heiraten, solltest du Manieren lernen. „Was? Nein, bitte… Ich möchte zurück ins Studentenwohnheim.“, bat Ashton verzweifelt.
„Wohin? Soviel ich weiß, hast du dein Studium geschmissen. Also hast du sowieso keinen Ort mehr wo du hin könntest, oder? Und wo wir gerade dabei sind, da du sowieso nichts anderes zu tun hast, solltest du mehr über mein Land erfahren und lernen. Du solltest wissen, dass mein Land dafür bekannt ist, einen der besten Weine der Welt zu produzieren. Es existiert auch eine bekannte Legende, in der es heißt, dass es dort einen wunderschönen großen Weinstock gibt, der immer leuchtet. Es heißt, dass wenn ein Paar sich unter seinen Ranken seine Liebe gesteht, das Paar für immer glücklich zusammen lebt. Eine absurde Geschichte, oder? Liebe – wie kindisch.“
Während Sung Ho redete, sah ihn Ashton nur stumm an.
„Wie auch immer. Wie mein Großvater dir bestimmt gesagt hat, handelt es sich um ein Vertrag. Du wolltest Geld, ich wollte Autorität. Also reiß dich zusammen.“, mit diesen Worten verließ Sung Ho Ashtons Zimmer.
Fassungslos starrte Ashton hinter Sung Ho her. Es dauerte eine kleine Weile, bis Ashton aus seiner Starre erwachte und zur Tür rannte. Er riss sie auf und rief: „Warte…“ Doch Sung Ho war bereits verschwunden.
Ashton ging zurück in sein Zimmer. Er dachte über Sung Ho nach und wie verändert er wirkte.

Sung Ho zog sich in den Salon zurück. „Wo sind mein Vater und die Anderen?“, fragte er Sekretär Green. „Sie machen sich gerade fertig für die Abreise. Sie fliegen noch heute Abend. Ihr Onkel ist der einzige der noch bleibt. Aber Hoheit, ich hoffe es ist nicht unhöflich das zu sagen, aber ich glaube, das Mr. Bright wirklich keine Ahnung hatte, dass er ihr zukünftiger Ehemann werden sollte.“
„Hmm…“, war die einzige Antwort die er von Sung Ho erhielt.
„Möchten sie ein Glas Wein. Ich könnte eine Flasche holen.“, fragte der Sekretär.
„Nein, danke.“, antwortete Sung Ho und verließ den Salon. Sung Ho stand auf dem Flur, als eines der Dienstmädchen mit dem abgeräumten Abendessen vorbei ging. Als sein Blick auf die Teller fiel, bemerkte er, dass einige der Teller scheinbar nicht angerührt wurde.
„Warte!“, befahl er dem Mädchen. „Wer hat das stehen lassen?“, fragte er.
„Oh, ich glaube das war ihr Verlobter, Hoheit.“, gab sie zur Antwort. „Wenn er noch nichts gegessen hat, bring ihm bitte etwas Frisches auf sein Zimmer.“, befahl Sung Ho und ging in Richtung Ashtons Zimmer.

Ashton sah sich zum ersten Mal richtig in Ruhe in seinem Zimmer um. Es war wirklich wie bei seinem ersten Eindruck sehr luxuriös eingerichtet.
Erst jetzt bemerkte er die Tür, die auf einen Balkon führte. Ashton trat auf den Balkon und blickte auf den von Mondlicht beleuchteten Innenhof. „Was für ein wunderschöner großer Hof.“, sagte er vor sich hin, als er plötzlich hinter sich ein unterdrücktes Lachen hörte. „Ahhh.“, stieß er vor Schreck aus, während er zusammenzuckte. „Hi.“, begrüßte in Jun Na. „Habe ich dich erschreckt? Das tut mir leid.“
„Schon in Ordnung.“, meinte Ashton und lehnte sich gegen die Brüstung. „Ich habe mir ein bisschen Sorgen gemacht.“, Jun Na sah Ashton an. „Du wirkst etwas unglücklich. Hattest du einen Streit mit Sung Ho?“ „Nein, wir haben uns nicht…“ „Er ist ein sehr komplizierter Mensch. Weißt du, Sung Hos Vater, der König, hatte auch eine arrangierte Ehe.“, erklärte Jun Na. „Aber ist es nicht unmöglich sich in einen Partner zu verlieben, der für einen ausgesucht wurde?“, fragte Ashton. „Schon möglich. Die Königin hat es zu einem anderen Mann hingezogen, während der König sich von ihr entfernt und zu seinem Liebhaber zurückgezogen hat. Sung Ho wurde von ihnen mehr oder weniger vernachlässigt.“
Ashton blickte Jun Na an. Antworten wollte er auf die Erklärung Jun Nas nichts. „Also ist es so, dass Sung Ho das Gleiche vor hat, wie sein Vater vor ihm?“, überlegte er. „Das heißt, dass wir Beide unglücklich werden in dieser Beziehung. Aber für die Chance König zu werden, wird er mich heiraten. Mich, jemanden den er nicht liebt.“, spann Ashton, in Gedanken, den Faden weiter.
„Ich habe gehört, dass du ihn nur für Geld heiraten willst. Aber ich denke, dass sie sich da irren. Oder?“, Jun Na sah Ashton an.
Plötzlich legte sich von hinten eine Hand auf Jun Nas Schulter und drehte ihn zu sich um.
„Was machst du hier?“, fragte ihn Sung Ho streng. „Du weißt sicher, dass du dich gerade im Zimmer meines Verlobten befindest?“ „Ich war gerade auf einem Spaziergang, als ich hier vorbei gekommen bin. Sei doch nicht gleich so sauer.“, verteidigte sich Jun Na. „Du solltest jetzt gehen.“, forderte Sung Ho ihn auf.
Nachdem Jun Na das Zimmer verlassen hatte, wandte sich Sung Ho an Ashton. „Ich habe dir bereits gesagt, dass du dich benehmen sollst. Bitte unterlasse es in Zukunft dich so dumm zu verhalten. Wenn du meinst, eine Beziehung zu meinem Onkel anbahnen zu müssen, wird unser Heiratsversprechen gelöst. Verstanden?“ „Ich habe so etwas nie geplant.“, versuchte sich Ashton zu verteidigen. „Dann hast du geplant dir jetzt das Geld meines Onkels zu schnappen? Vergiss nicht, du wurdest mit Geld in die königliche Familie eingekauft. Du gehörst mir!“, machte Sung Ho klar, während er den inzwischen etwas verängstigten Ashton an die Wand drängte.
Sung Ho schnappte sich Ashtons Arme und hielt diese fest, während er sich ihm mit dem Gesicht näherte. „Du hast kein Recht zu widersprechen.“, flüsterte er Ashton ins Ohr, während seine Lippen sich Ashtons Hals näherten und er leicht in dessen Hals biss. „Bitte hör auf. Bitte.“, bettelte nun Ashton und versuchte sich vergeblich zu befreien. „Wie viele Männer hattest du schon vor mir?“, hauchte Sung Ho, während seine Lippen sich bis zu Ashtons Mund vortasteten.
Ashton traten die Tränen in die Augen. „Nein, bitte lass mich.“ „Wie viele?“, fragte Sung Ho nochmal und drückte Ashton fester gegen die Wand. „K…keine.“, stotterte Ashton endlich unter Tränen. „So unschuldig?“, antwortete Sung Ho, was aber mehr wie eine Frage klang.
„Nein.“, rief Ashton nochmals und schaffte es endlich Sung Ho von sich weg zu stoßen. Sung Ho stieß gegen einen in der Ecke stehenden kleinen Tisch worauf eine Flasche Wein, welche dort stand herunterfiel und zerbrach.
Sung Ho sah Ashton abfällig an. „Mach das sauber.“, sagte er mit kalter Stimme zu Ashton und ging ohne ein weiteres Wort.
Ashton ließ sich unter Tränen die Wand heruntergleiten. „Wenn ich gewusst hätte, dass es so endet, wäre es wohl besser gewesen, ich wäre ihm nie begegnet.“, murmelte er vor sich hin.
Als Sung Ho gerade aus Ashtons Zimmer ging, kam ihm auch das Dienstmädchen mit dem Essen, welches er für Ashton geordert hatte, auf ihn zu. „Ich wollte gerade Mr. Bright das Essen bringen.“, erklärte sie. „Er möchte es nicht. Bringen sie es zurück.“, mit diesen Worten wand sich Sun Ho um und ging in sein Zimmer.
26.5.17 19:34
 
Letzte Einträge: Der Verlobte des Prinzen - Teil 2 (Nach einem Manga von Asuma Risai und Kamon Saeko), Der Verlobte des Prinzen - Teil 3 (Nach einem Manga von Asuma Risai und Kamon Saeko), Der Verlobte des Prinzen - Teil 4 (Nach einem Manga von Asuma Risai und Kamon Saeko), Der Verlobte des Prinzen - Teil 5 (Nach einem Manga von Asuma Risai und Kamon Saeko), Der Verlobte des Prinzen - Teil 6 (Nach einem Manga von Asuma Risai und Kamon Saeko)


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