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Der Verlobte des Prinzen - Teil 6 (Nach einem Manga von Asuma Risai und Kamon Saeko)

Während sie auf dem Weg zurück waren, rief Sung Ho Sekretär Green an und bat ihn, die Limousine bereit zu stellen. „Wo willst du hin?“, fragte Ashton neugierig, um Sekunden später schmerzvoll aufzustöhnen, da er seinen verletzten Knöchel belastet hatte. „Wo werden wir wohl hinfahren?“, Sung Ho verdrehte die Augen. „Ins Krankenhaus natürlich. Wir müssen dein Bein röntgen lassen.“, antwortete er. „So schlimm ist es doch nicht und eigentlich würde ich mich aber viel lieber ins Bett legen.“, meinte Ashton. „Geht´s noch? Dass muss untersucht werden. Basta.“, bestimmte Sung Ho. Und Ashton begriff, dass er wohl keine andere Möglichkeit hatte als es über sich ergehen zu lassen.

Als sie endlich im Krankenhaus ankamen, wurden sie schon erwartet. Ashton staunte dann auch, wie schnell alles ging. „Wenn man ein VIP ist geht wohl alles schneller.“, überlegte er.
Nach dem Röntgen stand fest, dass Ashtons Knöchel nur verstaucht war. Jedoch stellte der Arzt fest, dass ebenfalls zwei Rippen angebrochen waren. Nachdem der untersuchende Arzt dies Sung Ho mitgeteilt hatte, wollten sie Ashton für einige Tage zur Beobachtung im Krankenhaus behalten.

Ashton sah sich in dem Krankenzimmer um. „Das ist ein Krankenhaus?“, fragte er erstaunt. „Sieht wohl eher aus wie ein Hotelzimmer.“, kommentierte er.
Doch Sung Ho ging nicht darauf ein. Besorgt betrachtete er den Jüngeren. „Komm. Ich helfe dir dich umzuziehen.“, erwiderte er und half Ashton aus seinen Sachen.
Nachdem er sich umgezogen hatte, legte er sich auf das Bett. Nur kurze Zeit später kam der Arzt mit einer Infusion herein. „Was ist das?“, fragte Sung Ho. „Nur eine Kochsalzlösung mit einem starken Schmerzmittel. So sollte das Atmen weniger schmerzvoll sein.“, erklärte der Arzt. Sung Ho sah zu Ashton. „Du hast gar nichts gesagt.“, wütend schaute Sung Ho ihn an. Ashton wurde rot und blickte in die andere Richtung. „Ich wollte nicht, dass du dir Sorgen machst.“, flüsterte er leise. Sung Ho seufzte auf. Währenddessen legte der Arzt einen Zugang und schloss die Infusion an.
„Du solltest zurück gehen.“, meinte er zu Sung Ho. „Sag mir nicht was ich tun soll.“, herausfordernd sah Sung Ho Ashton an. „Ich entscheide wann und wohin ich gehe.“
Betreten schloss Ashton die Augen. Der Arzt sah den Kronprinzen an. „Ich werde in einer Stunde nochmal vorbei schauen.“, meinte er und verließ das Zimmer. Als sich die Tür hinter dem Arzt schloss sah Ashton Sung Ho an.
„Du solltest schlafen.“, traurig schaute Sung Ho Ashton an. „Dieser Junge hat etwas Besseres verdient.“, dachte er bei sich.
Ashton schloss wieder seine Augen. Langsam begann das Schmerzmittel zu wirken und die Anspannung unter der er stand, viel von ihm ab. Tränen traten ihm in die Augen und er begann zu zittern. Erschrocken schaute Sung Ho Ashton an. „Was ist los? Sind die Schmerzen schlimmer geworden? Ist dir kalt?“, panisch sprang Sung Ho auf. „N-n-ein.“, stammelte Ashton mit zitternder Stimme. „I-ich…“, versuchte er zu erklären, jedoch versagte seine Stimme und es kamen immer mehr Tränen. Verzweifelt drückte Sung Ho den Rufknopf. Als eine Pflegerin hereinschaute, bat Sung Ho, dass der Arzt nochmals kommen soll. Mit einem Blick auf Ashton nickte diese und verschwand wieder.
Kurze Zeit später erschien wieder der Arzt. „Mr. Bright?“, sprach er Ashton an, doch dieser antwortete nicht. Wissend nickte der Arzt. Er blickte Sung Ho an. „Ich werde veranlassen, dass er noch ein Beruhigungsmittel bekommt. Es war wohl einfach etwas zu viel.“, sagte er. „Hoheit.“, verabschiedete er sich mit einer leichten Verbeugung.
Sung Ho setzte sich zu Ashton auf das Bett und nahm den Kleineren vorsichtig in die Arme und strich sanft über dessen Rücken.
Kurze Zeit später kam die Pflegerin zurück und gab Ashton über den gelegten Zugang das Beruhigungsmittel. Es dauerte nicht sehr lange bis es anfing zu wirken und Ashton die Augen zu vielen.
Nachdem Sung Ho sich einen Kaffee geholt hatte, rief er Sekretär Green an und erklärte diesem die Lage und bat für die nächsten Tage Alles abzusagen und Wechselkleidung für Ashton vorbei zu bringen.

Nach zwei Tagen im Krankenhaus, war Ashton froh wieder hinaus zu kommen. Auch wenn er sich sicher war, wohl nur von einem Bett ins nächste zu wechseln, da Sung Ho scheinbar annahm er wäre zu verletzt um wieder herum zu laufen. „So, wie der sich benimmt, werde ich wohl keinen Freiraum bekommen.“, dachte Ashton seufzend, während er sich mit Hilfe von Sung Ho umzog. Anschließend wurde er in einen Rollstuhl verfrachtet und zum Auto gebracht.
„Hoheit! Mr. Bright!“, verabschiedete sich der Arzt, der sie begleitete.

In seinem Zimmer angekommen, atmete Ashton erst mal erleichtert auf. „Du solltest dich hinlegen.“, wies ihn Sung Ho an. „Ich habe lange genug herum gelegen.“, beschwerte sich Ashton. „Ich will in die Bibliothek.“, herausfordernd sah er Sung Ho an. Sung Ho starrte ihn an. „Ich denke nicht.“, stellte er mit einer Stimme fest, die keinen Widerspruch duldete. Böse sah Ashton ihn an. „Der Arzt hat gesagt, dass du dich noch ausruhen musst. Außerdem ist dein Knöchel noch geschwollen und muss hoch gelagert werden. Komm jetzt.“, sagte Sung Ho und hob Ashton einfach hoch und setzte in vorsichtig aufs Bett.
„Wenn es dir besser geht, werde ich dir etwas zeigen.“, versprach Sung Ho und reichte Ashton ein paar Tabletten, welche ihm verschrieben wurden. „Versprochen?“, fragte Ashton aufgeregt und ignorierte es. „Versprochen.“, seufzte Sung Ho. Ashton griff nach den Tabletten und dem Wasser.
Kurze Zeit später befand er sich wieder im Reich der Träume.

Nun war es schon etwas über eine Woche her, seit er aus dem Krankenhaus entlassen wurde.
Ashton drehte sich auf die Seite und blickte auf den schlafenden Sung Ho.
Vorsichtig strich er eine Strähne, die Sung Ho ins Gesicht viel zur Seite. „Er sieht so entspannt aus, wenn er schläft. Als wären seine Sorgen plötzlich verschwunden.“, stellte Ashton bei sich fest.
Langsam setzte er sich auf. Die angebrochenen Rippen schmerzten zwar noch etwas, aber das war inzwischen auszuhalten. Ashton schwang seine Beine aus dem Bett und betrachtete seinen Knöchel.
Dann bewegte er seinen Fuß und stand langsam auf. Auch der war inzwischen geheilt und schmerzte nicht mehr. Leise ging Ashton ins Bad.
Sung Ho schlief noch halb, als er seinen Arm ausstreckte um die Person, welche er neben sich vermutete zu umarmen. Als er jedoch ins Leere griff, richtete er sich erschrocken auf. Der Platz neben ihm war noch warm. Nervös schaute er sich um und atmete erleichtert auf, als er aus dem Badezimmer das Rauschen von Wasser hörte.
Kurze Zeit später kam Ashton aus dem Badezimmer. „Guten Morgen. Du bist wach?!“, war eher eine Feststellung als eine Frage. „Morgen. Wie geht es dir?“, fragte Sung Ho. „Gut.“ Skeptisch schaute Sung Ho Ashton an. „Das sagst du immer, auch wenn es nicht stimmt.“ „Aber mir geht es wirklich gut. Mein Fuß ist wieder völlig in Ordnung und meine Brust schmerzt auch nicht mehr so stark.“, erklärte er Sung Ho. „Zeigst du es mir heute?“, fragte er aufgeregt. „Erst wenn der Arzt das Okay gibt.“, lenkte Sung Ho ein. Ashton verzog das Gesicht. Wusste aber, dass er gegen Sung Ho in dieser Beziehung nicht ankommen würde. Sung Ho seufzte auf. „Dann lass uns jetzt ins Krankenhaus fahren. Wenn alles in Ordnung ist, werde ich dich dorthin bringen.“ Ashton nickte begeistert und verschwand schnell wieder im Bad um sich fertig zu machen.

Die Routineuntersuchung im Krankenhaus war schnell vorbei. Laut dem Arzt war soweit alles gut verheilt, allerdings sollte er sich bei allem was besondere Anstrengung erforderte zurückhalten. Ashton grinste als er daran dachte. „Was hat er gesagt. Keinen Marathon? Als ob ich jemals so sportlich gewesen wäre.“
Sung Ho sah ihn von der Seite an. „Du bist ja ziemlich gut gelaunt?“, meinte er und musste auch leicht grinsen. Genau genommen war er erleichtert, dass keine bleibenden Schäden entstanden sind.
„Jetzt können wir aber gehen, oder?“, fragte Ashton und Sung Ho nickte. „Aber wenn es dir nicht gut geht musst du es sofort sagen. Versprochen?“ „Versprochen.“, antwortete Ashton.

Nachdem sie wieder im Palast ankamen, griff Sung Ho nach Ashtons Hand. „Dann komm mit.“, und zog ihn hinter sich her.
Gemeinsam gingen beide in Richtung des kleinen Waldes hinter dem Sonnenpalast. „Wo gehen wir hin?“, fragte Ashton. „Das wirst du schon sehen.“
Nachdem sie eine Weile gegangen waren, kamen sie auf die Lichtung mit dem Rebstock. „Kannst du dich an die Legende erinnern, die ich dir erzählt habe?“, fragte Sung Ho. Ashton nickte und sah zu Sung Ho auf.
Sung Ho zog Ashton unter den Baum und kniete sich vor ihm hin. „Ich habe dich hier her gebracht, weil ich möchte, dass wir uns hier ein Versprechen geben.“, erklärte er und sah Ashton an. „Egal was in Zukunft auch passieren mag. Ich verspreche dir, ich werde dich immer lieben. Wenn du gehen würdest, könnte ich nie glücklich werden.“
Ashton sah zu Sung Ho hinab, während ihm die Tränen in die Augen traten. „Ashton, darf ich für immer an deiner Seite bleiben?“, Sung Ho nahm Ashtons Hände in seine. „Ich habe erst begriffen, dass ich dich liebe, als ich dich fast verloren hätte.“ Sung Ho richtete sich auf, während Ashton ihm mit seinem Blick folgte. „Ich liebe dich auch.“, antwortete Ashton und stürzte sich in Sung Hos Arme.
Vorsichtig drückte Sung Ho Ashton von sich weg, um seinen Mund leicht auf dessen weichen Lippen zu drücken.
Engumschlungen die Wärme des Anderen fühlend standen sie noch einige Zeit unter dem Baum und sagten kein Wort.
Nach einer langen Weile, gingen sie langsam Hand in Hand zurück zum Windpalast.
„Die Mörder, die es auf dich abgesehen haben, wurden inzwischen wirklich alle gefasst. Sie können dir nichts mehr antun.“, erklärte Sung Ho leise. „Und der alte König kommt heute auch wieder zurück. Er möchte dich treffen.“ „Wie ist er so?“, fragte Ashton. „Er ist ein alter Mann mit weißen Haaren und einer runden Brille.“ Ashton blieb stehen und drehte sich zu Sung Ho. „In Amerika habe ich schon einmal einen Mann getroffen, auf den diese Beschreibung auch passen würde. Er hat mir damals einen gutbezahlten Job als Butler und Mädchen für alles angeboten. Wenn ich es mir genau überlege, was ist eigentlich aus dem Job geworden?“, überlegte er. „Moment….“, Ashton schaute fragend Sung Ho an. „Könnte es etwa sein, dass dieser Mann….“, er brach den Satz ab und schlug sich mit der Hand vor den Mund. Sung Ho sah ihn an und fing an zu lachen.
„Komm, lass uns meinen Großvater begrüßen. Ich möchte ihn meine Liebe vorstellen.“, liebevoll nahm Sung Ho Ashton in seine Arme und drückte ihn vorsichtig an sich.

Mit einer Verbeugung verabschiedete sich Ashton von dem älteren Mann. Gemeinsam mit Sung Ho ging er zurück in ihr Zimmer. „Ich mag deinen Großvater.“, sagte er gedankenverloren zu Sung Ho. „Er ist wirklich freundlich.“ „Er wird eher langsam senil.“, berichtigte Sung Ho grinsend. Es war ein lustiger Nachmittag gewesen, bei dem Ashton, nachdem er Sung Hos Großvater kennengelernt hatte, sich mit diesem gut unterhalten konnte.
Liebevoll nahm Sung Ho Ashton in den Arm und drückte ihn an sich, bis Ashton leise schmerzvoll aufstöhnte. „Alles in Ordnung?“, fragte ihn Sung Ho besorgt. „Alles OK. Die Umarmung war wohl nur ein bisschen zu fest.“, beschwichtigte Ashton. „Tut mir leid.“, meinte Sung Ho mitleidig.
In ihrem Zimmer angekommen zog sich Ashton um und legte sich hin. Bevor Sung Ho sich ebenfalls ins Bett legte, reichte er Ashton noch ein Glas Wasser und ein Päckchen mit Tabletten. „Du vergisst aber scheinbar nichts?“, fragte er während er grinsend nach dem Wasserglas griff. „Das bestimmt nicht.“, bestätigte Sung Ho.
Vorsichtig nahm Sung Ho Ashton in den Arm und drückte ihn an sich. Arm in Arm schliefen die Beiden ein.

Als Ashton aufwachte, war es noch früh am Morgen und die Gestalt neben ihm schlief noch friedlich. Vorsichtig richtete sich Ashton auf und betrachtete den Mann neben sich. „Ich bin mit einem Prinzen verheiratet.“, ging ihm durch den Kopf. Ein Gefühl, dass er bis dahin noch nie hatte, durchlief ihn. Ashton traten die Tränen in die Augen als er Sung Ho ansah. „Ashton? Guten Morgen.“, verschlafen blickte Sung Ho nach oben. „Guten Morgen.“, antwortete Ashton leise.

„Ashton?“, rief Sung Ho, als er durch die Tür trat. Er sah sich um, konnte ihn aber nirgendwo entdecken. „Wo versteckt er sich nur immer. Und vor allem: Warum?“, fragte sich Sung Ho.
Schon seit drei Wochen ging das nun so. Er hatte das Gefühl Ashton würde ihm aus dem Weg gehen.
Sung Ho blickte in Richtung Bibliothek, als sich dort eine Tür öffnete und Ashton herauskam. „Ashton?“, rief er. Erschrocken blickte dieser auf und drehte sich schnell um, um zu verschwinden.
„Ashton, lass uns zusammen ein Bad nehmen.“, rief er hinter diesem her, aber Ashton verschwand schnell. „Ist irgendetwas passiert?“, fragte sich Sung Ho und starrte hinter dem entschwindenden Ashton her.
Seufzend ging Sung Ho in das Arbeitszimmer. „Was ist nur mit ihm los?“, er starrte auf den Tisch vor sich. Sung Ho blickte auf, als Sekretär Green das Zimmer betrat. „Hoheit!“, begrüßte dieser ihn. „Wissen sie, warum mir Ashton seit Tagen aus dem Weg geht?“, fragte er mit einem Hauch Traurigkeit in der Stimme.
„Ich muss gestehen, dass ich das auch nicht weiß.“, erklärte der Sekretär. „Wenn sie es schaffen, dass er nicht gleich wegläuft, würden sie ihn fragen? Ich komme im Moment einfach nicht an ihn ran.“, bat Sung Ho. „Lassen sie die Tür ein Stück offen, damit ich zuhören kann. Vielleicht erfahren wir so mehr.“
Ashton saß in seinem Zimmer und las gerade ein Buch, als Sekretär Green an seine Tür klopfte.
„Ashton, ich habe ihnen einen Tee gemacht.“, mit dem Tablett in der Hand betrat er das Zimmer.
„Danke.“ „Darf ich sie was fragen?“ „Ja?“, Ashton blickte ihn neugierig an. „Warum gehen sie schon seit Wochen dem Kronprinzen aus dem Weg?“, fragte er direkt. „Ich habe bemerkt, dass er schon seit einiger Zeit sehr schlechte Laune hat und habe mich gefragt, ob sie etwas damit zu tun haben.“, erklärte er.
Ashton schaute ihn traurig an. „Ich habe eine Weile gebraucht, um mit meinem neuen Leben klar zu kommen. Und als ich eines Morgens aufgewacht bin und Sung Ho schlafend neben mir lag, ist mir plötzlich richtig klar geworden, dass ich mit einem Prinzen, einem echten Prinzen verheiratet bin. Seit dem kann ich ihm einfach nicht mehr ins Gesicht schauen.“, Ashtons Stimme wurde zu einem Flüstern. „Und deswegen gehen sie ihm seit Tagen aus dem Weg?“, fragte Mr. Green erstaunt.
Ashton nickte leicht und starrte auf seine Teetasse. Der Sekretär seufzte leise auf und ging zur Tür um sie ganz zu öffnen.
„Hoheit, wie abgesprochen habe ich die Tür nicht geschlossen. Haben sie alles gehört?“, wandte er sich an Sung Ho. Sung Ho betrat mit einem undefinierbaren Gesichtsausdruck das Zimmer. „Ich habe es gehört.“, antwortete er und Ashton fuhr zusammen, als hätte ihn soeben ein Blitz getroffen. „A…a…aber…“, stotterte er nur. Sung Ho ging auf Ashton zu, der an die Wand zurückwich. „Jetzt kannst du mir nicht mehr entkommen.“, Sung Ho griff nach Ashtons Armen und drückte sie an die Wand. „Nein.“, jammerte Ashton. „Letztendlich habe ich dich doch gefangen.“, grinste Sung Ho und zog Ashton in seine Arme. „Ich dachte du müsstest wieder etwas wegen mir ertragen und wollte mich dafür eigentlich entschuldigen.“ „Nein, das nicht.“, antwortete Ashton leise während Sung Ho ihn fest umschlungen hielt. „Bitte warte noch, bis ich mich wirklich an mein neues Leben gewöhnt habe.“, bat Ashton. „Keine Chance.“, stellte Sung Ho richtig. „Ich habe dich endlich nach einer Ewigkeit wieder in meinen Armen. Glaubst du wirklich ich könnte noch mehr Geduld aufbringen?“, siegessicher lachte Sung Ho. Vorsichtig drehte er Ashton zu sich um und sah ihm in die Augen. „Ich brauche dich.“, flüsterte er, bevor er Ashtons Gesicht in seine Hände nahm und ihn langsam zu sich zog um ihm einen fordernden Kuss auf die Lippen zu legen. „Seinen Ehemann zufrieden zu stellen ist der Job einer Frau. Ich kann dir aber dein Egoismus dorthin gehend vergeben.“, murmelte Sung Ho in den Kuss hinein. „Ich werde dich festhalten, bis du bereit bist, meins zu werden.“, erklärte er.
Langsam wanderten seine Hände Ashtons Rücken hinunter um an seinem Gesäßbereich stehen zu bleiben, bevor er über dessen Hüften nach vorne strich um den Hosenknopf zu öffnen und diese herunter zu streifen.
„Bitte nicht.“, stöhnte Ashton auf. Wobei seine Körper reines Verlangen ausdrückte. Ashton hatte das Gefühl sein Körper würde auseinanderbrechen. Von seinen Gefühlen überwältigt gab er sich vollkommen den Berührungen Sung Hos hin. „Hör mir zu.“, sagte Sung Ho. „Ich bin nur ein Mann, der dir vollkommen verfallen ist. Ich liebe dich.“
Unter Tränen sah Ashton zu Sung Ho auf. „Bitte hör auf. Ich ertrage das nicht länger. Mein Herz fühlt sich an, als würde es zerspringen. Es schmerzt und bringt mich zu weinen.“, stöhnte er unter Sung auf. „Ist das so?“, fragte Sung Ho. „Weißt du wie man das nennt?“ „Hä…“, verdutzt starrte Ashton Sung Ho an. Sung Ho beugte sich zu Ashton hinunter und flüsterte ihm ins Ohr. „Das nennt man extrem glücklich.“
Ein strahlendes Lächeln huschte auf Ashtons Gesicht. Langsam zog er Sung Ho näher zu sich und beide versanken in einen tiefen Kuss.
26.5.17 19:40


Der Verlobte des Prinzen - Teil 5 (Nach einem Manga von Asuma Risai und Kamon Saeko)

Morgen wird wieder ein aufregender Tag für dich sein.“, mit diesem Worten schlang er seine Arme um ihn.
Ashton lag noch lange wach. „Ist es wirklich in Ordnung für mich, hier zu sein?“, diese Frage stellte er sich bis er dann endlich einschlief.

Ein kleiner, etwa sechs Jahre, alter Junge stand allein auf dem Platz vor dem Sonnenpalast. Tränen liefen über sein niedliches Gesicht, welches von schulterlangen blonden Haaren eingerahmt war.
Er blickte hinter einem Mann her, welcher ihm den Rücken zugedreht hatte und wegging. „Papa?“, rief er ihm ängstlich hinterher, doch dieser reagierte nicht.
Nur ein Kindermädchen kam von rechts über den Platz gelaufen und kniete sich vor den Kleinen hin und nahm ihn in den Arm.
Der Kleine drückte sich an das Mädchen und sagte mit Tränen ersticktem Stimmchen: „Ich schwöre, dass ich niemals eine Person die ich Liebe unglücklich machen werde. Ich werde niemals wie der König werden, der uns verstoßen hat.“

Erschrocken fuhr Sung Ho hoch. Wieso musste er wieder diesen Traum haben. Während er auf Ashton blickte, wurde ihm klar, dass er anfing sich genauso zu verhalten wie sein Vater sich seiner Mutter gegenüber Verhalten hatte. Ihm traten die Tränen in die Augen.
„Nein, nein, nein. Das darf nicht sein. Ich möchte nicht so werden wie er.“, fluchte Sung Ho leise, während er auf den friedlich schlafenden Ashton blickte. „Warum nur, behandele ich diesen wunderschönen, liebenswürdigen und schüchternen Jungen nur so?“, Sung Ho betrachtete noch eine ganze Weile das entspannte Gesicht des Jungen neben ihm, bevor er wieder einschlief.

Ashton wachte erst relativ spät auf. Er hatte sich gerade angezogen und war dabei das Bett zu machen, als Sekretär Green sein Zimmer betrat.
„‘Ashton? Ich bringe ihnen ihre Uniform für den Empfang, der heute Abend im Sternensaal stattfindet.“, erklärte er und reichte Ashton diese.
Ashton schaute sie sich an. Sie war ähnlich wie die, die er bei seiner Hochzeit getragen hatte.
„Danke.“, sagte er und legte sie auf das gemachte Bett.
„Wo ist Sung Ho?“, fragte er neugierig. Mr. Green sah ihn an. „Er hat einige Aufgaben, die er noch erledigen muss. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass er extrem schlechte Laune hat.“ Er sah Ashton an.
Ashton griff sich an den Hals, er hatte das Gefühl einen Frosch verschluckt zu haben. „Es ist meine Schuld, oder?“, flüsterte er. „Egal wie oft wir zusammen sind, es fühlt sich jedes Mal so an, als ob mein Herz langsam zerschnitten wird. Es ist, als ob ich vor etwas Angst habe…. Gibt es nichts was ich für ihn tun kann? Ich wusste es, diese Hochzeit hätte nie stattfinden dürfen.“
Erschrocken schaut ihn der Sekretär bei diesen Worten mit großen Augen an. „Der zukünftige König muss die Person heiraten, die der vorangegangene König für ihn ausgewählt hat. Das ist eine alte Sitte, welche oft nur die Paare unglücklich machte. So wie bei dem jetzigen König, Sung Hos Vater.“, meinte Sekretär Green. „Die Braut des Königs wurde ebenfalls durch dessen Großvater ausgesucht. Und obwohl ich versucht habe zu verschwinden, lies mich der König nicht gehen. Sung Ho stand immer dazwischen und hat alles mitbekommen. Das seine Mutter sich einem anderen Mann zuwandte, dass sein Vater einen Geliebten hat und dass beide ihn deswegen vernachlässigt haben.“, sprach er weiter, während ihn Ashton geschockt ansah. „Mit dem Gedanken seinen Vater zu übertreffen, ist er in den Wettkampf um den Thron eingetreten. Und ohne dass es irgendjemand bemerkte, wurde er anderen gegenüber immer misstrauischer. Wie auch immer, die Person die Schuld daran war, dass Sung Hos Familie auseinandergefallen ist, wurde niemals von ihm beschuldigt.“ Sekretär Green verbeugte sich vor Ashton. „Sekretär…“, flüsterte Ashton, doch er wurde durch den Sekretär unterbrochen. „Also bitte ich sie, bleiben sie bitte an seiner Seite. Sung Ho musste schon auf so viele Dinge verzichten.“ Ashton sah den Sekretär fassungslos an. Also war der Mann an der Seite des Königs, derjenige, wegen dem der König seine Frau und seine Kinder hat fallen lassen. Benommen nickte Ashton. „Ich werde bei ihm bleiben, solange er mich braucht.“, versprach er.
Mit einem kurzen Nicken verschwand Sekretär Green. Nachdem er eine Weile ferngesehen hatte, machte sich Ashton auf den Weg in die Bibliothek.
Als er die Bibliothek betrat, erblickte er einen, im Sitzen, auf einem Sofa eingeschlafenen Sung Ho.
Ashton ging zu ihm und sah ihn an. „Was für eine große Last sein Leben ist. Familie, einen Bruder, Freunde und auch sein eigenes Glück. Obwohl ich von meinen Eltern verlassen wurde, so hatte ich doch immer mein Tantchen und eine Menge Freunde. Sung Ho ist von so vielen Dingen und Menschen umgeben und doch ist er eigentlich allein.“ Ashton traten wieder einmal Tränen in die Augen, wenn er darüber nachdachte, was für ein Leben Sung Ho führte.
Leise ging er zu Sung Ho und kniete sich vor dem Schlafenden auf den Boden. Vorsichtig schlang er seine Arme um die Beine seines geheimen Schwarms und legte seine Kopf auf den Schoß von Sung Ho. Langsam schloss er seine Augen und schlief ein.
Gähnend öffnete Sung Ho die Augen und sah sich um. Sein Blick viel auf den vor ihm im knien eingenickten Ashton. Sung Ho rieb sich die Augen. Ashton sah so niedlich aus, wie er mit zerzausten Haaren und leicht geöffneten Mund auf seinen Beinen lag. „Warum? Warum bist du so, obwohl ich dich doch immer so schlecht behandele?“, vorsichtig strich er Ashton durch die Haare.
Eine Weile betrachtete er die hübsche Person vor ihm, bevor er Ashton vorsichtig schüttelte.
„Hey, Aufwachen!“, rief er leise. Verschlafen schaute Ashton auf und blickte in Sung Hos Augen.
Schnell richtete er sich auf und meinte stotternd: „Ähhh...ähh, es t-tut mir leid.“
„Wolltest Du etwas von mir?“, überging Sung Ho die Situation. Schnell schüttelte Ashton den Kopf. „Ich wollte nur mal schauen, was die Bibliothek so bietet und habe dich hier sitzen sehen.“
„Wir müssen uns fertig machen. In zwei Stunden beginnt der Empfang.“, meinte Sung Ho.
Ashton seufzte leicht genervt auf. Er hatte so gar keine Lust vorgeführt zu werden. „Wir werden verschwinden, sobald es möglich ist.“, versprach ihm Sung Ho und stand ebenfalls auf. Zusammen verließen sie die Bibliothek und suchten ihre Zimmer auf. „Warte.“, hielt Sung Ho Ashton auf. „Komm bitte mit. Ich habe noch etwas für dich.“, erklärte er. Ashton folgte Sung Ho in dessen Arbeitszimmer.
Sung Ho setzte sich an den großen Schreibtisch und zog eine Schachtel hervor. Sung Ho stand wieder auf und ging auf Ashton zu. Er hielt ihm die blaue Schachtel entgegen. „Ich habe hier noch ein kleines Hochzeitsgeschenk für dich.“ Ashton nahm die Schachtel. „Danke:“, antwortete er leise und betrachtete die kleine Geschenkbox. „Mach auf.“, forderte ihn Sung Ho auf. Als Ashton den Deckel abnahm, blickte er auf eine Herrenarmbanduhr. „Vielen, vielen Dank.“, sagte er fassungslos. „Aber…“
„Nichts aber. Und jetzt geh dich umziehen.“, unterbrach ihn Sung Ho.

Nachdem Ashton zurück in seinem Zimmer war, legte er die Uhr auf seinen Schreibtisch.
Erst mal wollte er sich bei einem gemütlichen Bad entspannen. „Es wird wohl nachher noch stressig genug.“, sagte er sich. Eineinhalb Stunden später war er fertig. Ashton begann langsam nervös zu werden. Unruhig ging er in seinem Zimmer hoch und runter und starrte ständig auf die Uhr. Gerade stand Ashton am Fenster und starrte hinaus, als sich hinter ihm die Tür öffnete und Sung Ho eintrat. „Fertig?“, fragte er Ashton. Dieser nickte nur und wurde etwas blasser. „Alles in Ordnung?“, Sung Ho trat auf ihn zu und sah ihn an. „Nur ein bisschen nervös.“, erklärte Ashton mit leiser Stimme. „Komm. Bringen wir es hinter uns.“ Sung Ho griff nach Ashtons Hand uns zog ihn mit sich.

„Immer mit der Ruhe, ich werde bei dir bleiben.“, flüsterte er Ashton zu, als sie vor dem Sternensaal, der sich im Sonnenpalast befand, ankamen. Sung Ho nickte den Wachen zu, welche ihnen die Türen öffneten. Gemeinsam traten Sung Ho und Ashton ein. Eine kurze Stille legte sich über die anwesenden Gäste, während sie die beiden anstarrten. Mit einem Nicken gab Sung Ho Ashton zu verstehen ihm zu folgen. „Auf in den Kampf.“, murmelte Ashton und folgte einem leicht grinsenden Sung Ho, der dessen leise Worte sehr wohl gehört hatte.
Was folgte empfand Ashton als einen Marathon. Gefühlte tausend Mal stellte Sung Ho ihn vor. Gefühlte tausend Mal verbeugte er sich oder schüttelte Hände. Nach einer geraumen Weile hatte Ashton das Gefühl in dem Saal zu ersticken. „Sung Ho?“, wandte er sich an diesen. „Hmm.“, erhielt er die Antwort. „Wäre es möglich kurz hinaus zu gehen. Ich glaube ich brauche etwas frische Luft.“, erklärte Ashton. „Geht es dir gut?“, besorgt schaute Sung Ho ihn an. „Ja, alles in Ordnung, es ist nur so warm hier drinnen.“ „Du kannst kurz auf den Balkon gehen.“, sagte Sung Ho zu Ashton. Er winkte eine der Wachen zu sich. „Bitte lassen sie niemanden sonst auf den Balkon.“, befahl er diesem. Der Wachmann verbeugte sich und führte Ashton auf den großen Balkon. Gerade als der Wachmann Ashton wegführte, sprach Sekretär Green Sung Ho leise an. „Wir haben die hochrangigen Amtspersonen gefunden, die einen Anschlag auf Ashton geplant haben. Sie stehen derzeit unter Beobachtung und es wurden Zugangsbeschränkungen erlassen. Fürs Erste, haben wir das Attentat auf Ashton wohl vereitelt." „Danke.“, nickte Sung Ho die neuen Informationen ab. Es schien, als könnte er sich langsam wieder sicherer fühlen.

Ashton trat auf den Balkon und ging nach vorne zu dem Geländer um sich die Gegend anzuschauen.
„Wow.“, entfuhr es ihm, als er in den dunklen Himmel blickte. Obwohl hinter ihm die Fenster des Saales erleuchtet waren, funkelten über ihm die Sterne so hell, dass sich diese sogar in dem wunderschön angelegten See zu Füßen des Balkons spiegelten. Völlig gefangen von dem atemberaubenden Anblick blickte Ashton auf die Szenerie. Der Wachmann, welcher ihn begleitete, hielt sich im Hintergrund in der Nähe der Saaltüren auf, um Ashton nicht zu stören.
„Obwohl er in so einem wunderschönen Land aufgewachsen ist, war er doch scheinbar immer allein.“, schoss es Ashton durch den Kopf. Plötzlich viel ihm die Geschichte ein, die ihm Sung Ho mal in Amerika erzählt hat. „Es gibt eine Legende, dass in meinem Land ein uralter Weinstock steht, der immer hell leuchtet. Es heißt, wenn du unter seinen Reben deine Liebe gestehst, wirst du für immer mit der Person glücklich sein.“, hörte er die Stimme Sung Hos in seinem Kopf.
Während Ashton in Gedanken versunken in die Sterne blickte, hörte er hinter sich plötzlich Stimmen.
„Er ist wirklich ein Amerikaner, aber ist er nicht nur ein einfaches Kind. Was hat sich der alte König nur dabei Gedacht ihn auszuwählen?“, hörte er die abfälligen Stimmen.
„Ich dachte es sollte sonst niemand hier sein.“, dachte Ashton, als er sich umdrehte.
„Lasst es uns endlich hinter uns bringen und ihn erledigen. Wenn das Kind erst mal weg ist, beginnt der Kampf um den Thron von vorne.“, sagte die mittlere der 3 Personen, die Ashton jetzt erblickte.
Alle drei waren in schwarze Kleidung gehüllt und ihr Gesicht verdeckt. „Die sehen wirklich gefährlich aus. Fast wie die Ninja aus dem Fernsehen.“, schoss es Ashton durch den Kopf und versuchte einige Schritte von den Männern zurückzuweichen. Stieß jedoch gleich gegen die Balkonbrüstung. Panisch blickte er sich um, als die Männer auch schon, jeder mit einem Messer in seiner Hand, auf ihn zukamen. Ashton versuchte weiter zurück zu weichen. Ashton kletterte auf die breite Brüstung und sah nach unten. So hoch war es gar nicht. „Wenn ich Glück habe, schaffe ich es.“, überlegte er und schaute sich noch einmal kurz um. Die Männer hatten ihn schon fast erreicht. Ohne weiter zu überlegen, sprang Ashton hinunter. Er kam auf seinen Füßen, ohne sich zu verletzen, auf und lief ohne sich nochmal umzuschauen los. Vor ihm befand sich der kleine See, aber rechts neben dem See befand sich ein kleiner Wald. Ashton lief ohne darüber nach zu denken in diese Richtung.
Die vermummten Männer brauchten einen kurzen Moment, um sich von der Verwunderung, dass der kleine Amerikaner ohne zu zögern sprang, zu erholen. Folgten ihm aber sofort.

Sung Ho unterhielt sich mit einigen Gästen und trank dabei ein Glas Wein. Nach einer Weile schaute er sich um. Ashton war immer noch nicht zurückgekehrt. „Entschuldigen sie mich für einen Moment.“, sagte er zu seinem Gesprächspartner und ging in Richtung Balkon. „Ashton!“, rief er, als er den Balkon betreten hatte. Er schaute sich um, konnte diesen aber nirgends entdecken. Die Wache, welche eigentlich auch hier stehen sollte, war verschwunden. „Wo ist er hin?“, fragte sich Sung Ho. „Hoheit?“, hörte er hinter sich die aufgeregte Stimme von Sekretär Green. „Ja.“, Sung Ho drehte sich um. „Wir haben ein Problem. Vor ein paar Minuten wurden mehrere Personen gesehen, die in Richtung Wald liefen. Es besteht die Chance, dass es sich dabei um Attentäter handelte, die es auf Ashton abgesehen haben. „Was?“, entsetzt starrte Sung Ho den Sekretär an. „Was ist mit Ashton?“ „Wir wissen es nicht.“, seufzte der Sekretär. „Findet ihn sofort.“, schrie Sung Ho ihn an. „Schließt die Tore des Palastes. Lasst keinen passieren und schickt sofort Wachen in die Richtung.“, erteilte er Sekretär Green Anweisungen. Sung Ho rannte ebenfalls los, um die Suche anzuführen.

Ashton hatte den Waldrand erreicht. Zum ersten Mal schaute er sich um und sah die Männer hinter sich. Der Abstand zu ihm war schon etwas geschrumpft, doch Ashton rannte weiter. Als er zwischen den Bäumen verschwand, schlug er einen Haken und rannte nach links weiter. In der Hoffnung, dass es zwischen den Bäumen noch dunkler war und sie ihn somit nicht sofort finden würden. Panik machte sich in ihm breit. „Was wollen die von mir?“, fragte er sich. „Ich habe doch nichts getan.“ Ohne sich orientieren zu können, lief Ashton weiter.
Endlich, nachdem er minutenlang durch die Dunkelheit gerannt war, blieb Ashton kurz stehen. Er konnte seine Verfolger weder hören noch sehen. „Scheinbar habe ich sie abgehängt.“, dachte er erleichtert, als er plötzlich ein Geräusch hörte. „Verdammt.“, fluchte er leise und rannte wieder los. Doch die Dunkelheit ermöglichte es ihm nicht nur sich vor seinen Verfolgern zu verstecken. Ashton konnte die Wurzel vor sich nicht sehen. Als er an dieser mit seinem rechten Fuß hängen blieb, stürzte er nach vorne. Er konnte sich jedoch mit seinen Händen auf dem weichen Waldboden abstützen, dennoch verdrehte er seinen Fuß, der in dem Wurzelgeflecht hängen blieb. Schmerzvoll stöhnte Ashton auf und griff nach seinem Knöchel. Als er hinter sich wieder Geräusche wahrnahm, stand er auf und lief, oder eher humpelte so schnell er konnte weiter. „Ich hätte bei ihm bleiben sollen. Auch wenn er sagte, ich kann gehen. Ich bin wirklich nutzlos.“, fing Ashton leise an vor sich hinzuweinen. „Alles was ich mache, ist ihm im Weg zu stehen.“

Während dessen hatte Sung Ho mit einigen Männern der Wache bereits das Waldgebiet erreicht.
Aufgeregt teilte er Suchtrupps ein, die nach den Attentätern und Ashton Ausschau halten sollten.
Sung Ho machte sich zusammen mit Mr. Green auf die Suche. „Ashton!“, riefen sie ihn immer wieder. Verzweifelt schlug Sung Ho mit der Hand gegen einen Baum. „Verdammt.“, fluchte er. „Ich hätte besser aufpassen müssen.“

Die Schmerzen in seinem Fuß wurden immer stärker. „Ich darf nicht schwach werden. Ich muss durchhalten.“, sagte er sich immer wieder, während er sich so schnell er konnte weiterschleppte. Plötzlich sah Ashton vor sich ein Licht auftauchen. Schnell wandte er sich in Richtung des Lichtes. Während er nur auf den Lichtschein zwischen den Bäumen fixiert war, übersah er, dass sich vor ihm ein kleiner Abhang auftat. Bevor er es richtig registrieren konnte, trat er auch schon ins Leere und kullerte den leicht felsigen Abhang hinunter. „Das gibt blaue Flecken.“, stöhnte Ashton und richtete sich langsam auf. „Au, dass tut weh.“, jammerte er und hielt sich mit seiner Hand den schmerzenden Brustkorb und versuchte nicht ganz so tief durchzuatmen, was sich angesichts dessen, das er völlig außer Atem war, recht schwierig gestaltete. Ashton drehte sich wieder dem Licht, das zwischen den Bäumen hervorschien zu. Er humpelte weiter, aber jetzt etwas langsamer und vorsichtiger, darauf zu. Der Raum, den das Licht einnahm wurde immer etwas größer.
Plötzlich lichtete sich der Wald vor Ashton und er trat auf eine große Lichtung. Mitten auf der Grasbewachsenen Fläche stand ein riesiger Weinstock, der fast schon einem Baum glich. Es schien fast, als würde dieser von innen heraus leuchten. An seinen fast schon armdicken Ranken hingen unzählige Mengen an Trauben, die in dem Licht glänzten.
Staunend blieb Ashton stehen und starrte den Rebstock an. War das der Weinstock, von dem Sung Ho erzählt hatte? Das musste er sein. Ashton ging darauf zu und setzte sich. Vorsichtig lehnte er sich zurück an den Stamm und betete, dass seine Verfolger inzwischen aufgegeben hatten.
Erschöpft schloss er die Augen.

Schon fast verzweifelt suchte Sung Ho mit den Wachen nach Ashton. Während die drei Attentäter ihnen schon bald in die Hände fielen, fehlte von Ashton noch jede Spur.
„Ashton!“, rief Sung Ho immer wieder. Doch dieser hörte ihn nicht, da er vor Erschöpfung und Schmerzen weggetreten war. Es dauerte eine Weile bis Sung Ho, der sich inzwischen von den anderen Suchenden getrennt hatte, zu der Lichtung kam.
„Ashton!“, rief er nochmals laut, als er eine Gestalt unter dem Baum liegen sah. Er rannte zu der Person. Ashton öffnete die Augen und schaute Sung Ho groß an. „Ashton.“, sagte dieser diesmal leiser und zog den Jüngeren erleichtert in seine Arme. Mit Tränen in den Augen sah er in an. „Ich dachte mein Herz zerspringt in Stücke, weil ich dich verloren hab.“, flüsterte er leise, während er Ashton eng umschlungen hielt. „Verlass mich nie wieder, ja?“ „Es tut mir leid.“, hauchte Ashton und fing an zu husten. Erschrocken musterte Sung Ho Ashton. „Hast du dich verletzt.“, fragte er, worauf Ashton verschämt nickte. „Ich bin so nutzlos.“, dachte er. „Wo?“, wollte Sung Ho wissen. „Mein Bein – ich bin umgeknickt.“, stöhnte Ashton.
Sung Ho hockte sich vor Ashton und schaute sich den Knöchel an. „Hmm, scheint verstaucht zu sein.“, meinte er und atmete erleichtert aus. „Kannst du laufen.“, fragte er Ashton. Dieser nickte.
Gestützt von Sung Ho, schaffte es Ashton zurück in den Windpalast.
26.5.17 19:39


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